In der Assemblerprogrammierung sind Operanden und Adressierungsarten entscheidend, da sie bestimmen, welche Daten von einer Anweisung verarbeitet werden und wie diese Daten im Speicher oder in Registern gefunden werden. Operandenadressen geben den Speicherort der Daten an, sei es im Arbeitsspeicher oder in CPU-Registern, die über eindeutige Kennungen (z.B. R0, R1) angesprochen werden. Manche Anweisungen benötigen keine Operanden, andere hingegen ein bis drei. Bei zwei Operanden dient der erste meist als Zielregister, während der zweite die Quelle ist, die entweder die Daten oder deren Adresse angibt.
Jede Assembleranweisung benötigt Operanden, um Daten zu verarbeiten. Ein Operand kann entweder ein direkter Wert, ein Register oder eine Speicheradresse sein. Die Art und Weise, wie diese Operanden adressiert werden, bestimmt, wie die CPU auf die benötigten Daten zugreift und diese verarbeitet.
Direkte Operanden: Hierbei handelt es sich um feste Werte, die direkt in der Anweisung enthalten sind. Zum Beispiel enthält der Befehl MOV R1, #5
den direkten Wert 5
, der sofort in das Register R1
geladen wird.
Register-Operanden: Diese beziehen sich auf Daten, die in den schnellen Registern der CPU gespeichert sind. Ein Beispiel wäre ADD R1, R2
, bei dem die Werte in den Registern R1
und R2
addiert werden.
Speicher-Operanden: Diese Operanden verweisen auf Daten, die im Hauptspeicher abgelegt sind. Zum Beispiel bedeutet LDR R1, [R2]
, dass der Inhalt der Speicheradresse, auf die R2
zeigt, in das Register R1
geladen wird.
Die Adressierungsart einer Anweisung legt fest, wie die Adresse des Operanden berechnet wird. Unterschiedliche Adressierungsarten ermöglichen verschiedene Zugriffsmethoden auf Daten, was die Flexibilität und Effizienz der Datenverarbeitung erhöht.
MOV R1, #10
Bei der Immediate Adressierung ist der Operand ein direkter Wert, der unmittelbar in der Anweisung angegeben wird. Die ALU verarbeitet diesen Wert direkt, ohne auf den Speicher zugreifen zu müssen. Dies ermöglicht schnelle und einfache Operationen.
ADD R1, R2
In der Register-Adressierung beziehen sich die Operanden auf Register innerhalb der CPU. Die ALU kann schnell auf die Daten in den Registern zugreifen, was die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht.
LDR R1, [R2]
Die Register-indirekte Adressierung verwendet den Inhalt eines Registers als Speicheradresse. In diesem Beispiel enthält R2
die Adresse, an der die zu ladenden Daten gespeichert sind. Dies ermöglicht den Zugriff auf Daten im Hauptspeicher basierend auf dynamischen Adressen.
LDR R1, [R2, #4]
Diese Form der Register-indirekten Adressierung fügt einen festen Offset zum Inhalt des Basisregisters hinzu, um die Zieladresse zu berechnen. Dies ist nützlich für den Zugriff auf strukturierte Daten wie Arrays oder Felder innerhalb von Datenstrukturen.
LDR R1, [R2, #4]!
Bei der Pre-Indexed Adressierung wird der Offset vor dem Zugriff auf den Speicher zur Basisadresse hinzugefügt. Der Inhalt des Basisregisters wird ebenfalls aktualisiert, was den nächsten Zugriff vorbereitet.
LDR R1, [R2], #4
Die Post-Indexed Adressierung führt den Speicherzugriff zuerst durch und fügt anschließend den Offset zur Basisadresse hinzu. Dies ermöglicht den Zugriff auf aktuelle Daten, während die Basisadresse für zukünftige Zugriffe angepasst wird.
LDR R1, [R2, R3]
Hier werden zwei Register verwendet, um die Speicheradresse zu berechnen. R2
enthält die Basisadresse, und R3
liefert einen dynamischen Offset, was flexible und komplexe Datenzugriffe ermöglicht.
Die Adressierungsarten sind integrale Bestandteile der Assemblerprogrammierung, die den Zugriff auf Daten steuern und damit die Datenverarbeitung und den Programmfluss innerhalb von Basic Blocks, sowie deren Verknüpfung beeinflussen. Durch das
Beispiel: Adressierungsarten im Kontext eines Basic Blocks
Betrachten wir ein einfaches Beispiel, das verschiedene Adressierungsarten innerhalb eines Basic Blocks verwendet:
MOV R1, #5 @ Immediate Adressierung: R1 = 5
ADD R2, R1 @ Register-Adressierung: R2 = R2 + R1
LDR R3, [R2] @ Register-indirekte Adressierung: R3 = Speicher[R2]
CMP R3, #10 @ Immediate Adressierung: Vergleiche R3 mit 10
BGE label_end @ Verzweigung: Springe zu 'label_end' wenn R3 >= 10
SUB R3, R1 @ Register-Adressierung: R3 = R3 - R1
label_end:
...
Flexibilität: Unterschiedliche Adressierungsarten ermöglichen den Zugriff auf eine Vielzahl von Datenstrukturen und Speicherbereichen, was die Programmierung vielseitiger und effizienter macht.
Effizienz: Durch die Auswahl der passenden Adressierungsart können Speicherzugriffe optimiert werden, was die Ausführungsgeschwindigkeit von Programmen erhöht.
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1.4 Die Programmiersprache Assembler |
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1.4.1 Was ist Assembler? |
1.4.2 Anweisungen und Operanden |
1.4.3 Operanden und Adressierungsarten |
1.4.4 Assembler-Direktiven |